Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem von Rhodos und von Malta Malteserorden

Order of Malta

 

Nachrichten

Tod von Franz Blankart

22/01/2021 


Am 17. Januar 2021 ist alt-Staatssekretär Franz Blankart verstorben. Er war mit dem Malteserorden Schweiz und seinem Hospitaldienst eng verbunden und Grosskreuz des Ordens pro Merito Melitensi. Sein Mitarbeiter und Freund, der Präsident des Malteserordens Schweiz Martin von Walterskirchen, hat den Nekrolog für die «Weltwoche» geschrieben:

Sein Leben spiegelt das Verhältnis der Schweiz zu Europa wider: Als Franz Blank-art 1965 in den Bundesdienst eintrat, standen Efta und EWG in Konkurrenz. Als Paul Jolles das Freihandelsabkommen Schweiz– EWG von 1972 verhandelte, war Blankart Mitglied der Delegation. Als Chef des Integrations-büros prägte er die noch heute gültige Ma-xime für unser Verhältnis zur EU: «Beitritts-fähig sein, um nicht beitreten zu müssen». Als der Eiserne Vorhang fiel und der Wirt-schaftsstandort Schweiz vor neuen Heraus-forderungen stand, gestaltete und negozi-ierte er das EWR-Abkommen von 1992. Nach seinem vorzeitigen Rücktritt 1998 ersann Blankart mit der Gruppe Muheim/Langue-tin die erste Vision des Rahmenabkommens. Wer war dieser grand commis de la Confédé-ration, um den wir heute trauern? Dem Karl-Jaspers-Schüler wurde in Basel die Ehre einer öffentli-chen Promotion zu-teil. Der Kavallerie-oberst war noch in den neunziger Jah-ren für den Kriegs-fall als Adjutant des Generals vorgesehen. Blankart war der Mann der Wahl, um Nel-son Mandela im Mai 1992 bei seinem ersten Besuch in Genf zu treffen. Blankarts Knittel-verse vereinigen Basler Humor und Luzerner Blut: «Im Iran tragt me kurzi Schleier – Lu-zärn ertragt dä kurzi Meyer». Verhandlungs-gegner und Mitarbeiter waren beeindruckt von Blankarts phänomenaler Dossierkennt-nis. Als guter Chef wusste er seine Mit-arbeiter zu motivieren. Als Gastgeber stellte er in der Orangerie vom Schloss Muri nego-ziatorische Weichen. Blankart war nicht nur Unterhändler, sondern auch Kenner und – als Präsident des Ballettwettbewerbs Prix de Lausanne – Protagonist der Künste. Nietz-sche hätte in ihm einen apollinischen Men-schen gesehen. Kein Wunder, dass Bundesrat Furgler den Delegierten für Handelsverträge zum Staatssekretär machte. Wir drücken seiner Frau, den beiden Kin-dern und Enkeln in stiller Anteilnahme die Hand, im Wissen, dass das geistige Erbe dieses Patrioten noch heute in den Herzen zahlreicher Menschen, die der Professor und väterliche Freund für den Staatsdienst in-spiriert hat, weiterlebt. R. I. P.

Martin von Walterskirchen

Souveräner Malteserorden Schweiz

Generalsekretariat

Kommende, Postfach, 6260 Reiden - Schweiz

info@ordredemaltesuisse.org, Tel. 062 758 11 44